Filmemulationen für digitale Bilder
Ein etwas anderer Review:
The Classic Presets - Created by André Duhme |
Einleitung
Ich nutze in der RAW-Entwicklung seit fast 20 Jahren Presets & Styles. In meinen Anfängen intensiv mit Adobe Lightroom unterwegs, arbeite ich bis heute mit Capture One. Zwischenzeitlich habe ich auch DxO PhotoLab und die kostenfreie Software Darktable ausprobiert. Somit habe ich zahlreiche Presets & Styles getestet, erworben und genutzt.
Für Capture One, DxO PhotoLab und Darktable gibt es deutlich weniger Angebote als für den Platzhirsch. Umso mehr bin ich über die Produkte von The Classic Presets - Created by André Duhme für Capture One erfreut.
Sie sind die von mir am meisten genutzten Presets & Styles, sie liefern m. E. tolle Ergebnisse, sind aufeinander abgestimmt - auch was die zusätzlichen Einstellungen angeht - und sind vor allem erschwinglich.
Andere Angebote sind meist deutlich teurer, keinesfalls besser und interpretieren Farben respektive emulieren Filme oftmals in einer gewöhnungsbedürftigen und für mich nicht stimmigen Art und Weise.
Hintergrund
Aus Anwendersicht und Käufer bin ich alles andere als erfreut, dass die Softwarehersteller keinen gemeinsamen Standard für Presets & Styles entwickelt haben - Überrascht bin ich allerdings auch nicht.
Die Option Lookup-Tabellen (LUT) einzusetzen, nicht nur für Fotos, sondern auch für Videos, ist ein ganz anderes Thema bzw. eine Herausforderung in der praktischen Anwendung, wobei die Kompatibilität zwischen den verschiedenen, zahlreichen Applikationen durch den Einsatz von LUT nicht immer gewährleistet ist.
Dabei stellt sich eine grundlegende Frage zu Beginn:
Braucht es überhaupt Presets & Styles?
Bevor ich diese Frage direkt beantworte, möchte ich weiter ausholen und etwas mehr zur generellen Thematik der Nachbearbeitung schreiben.
Rückblick
In der mir bekannten Foto-Community gibt es immer wieder Diskussionen zwischen Purismus oder Komfort, zwischen Analog oder Digital, zwischen nachbearbeitet oder SOOC und zwischen RAW oder JPG - Und natürlich seit bald vier Jahren auch die Auseinandersetzung zum Thema KI oder keine KI.
Dabei wurde seit den Anfängen der Fotografie und des Films immer eine Form der Manipulation zum Gegenstand der fotografischen, optischen und visuellen Intention eines Fotografierenden; Die Auswahl des Filmherstellers, die Methode der Entwicklung, die Wahl der Chemikalien wurden vor einigen Jahrzehnten ergänzt, um die Entscheidung, welcher Sensor, welcher Kamerahersteller, welche JPG-Kompression und welche Software zur Nachbearbeitung zum Einsatz kommen sollen.
Es dürfte offensichtlich sein, dass eine Nachbearbeitung von Fotos keine Schande, sondern eine bewusste und berechtigte Entscheidung der Fotografierenden ist.
Das einzige was für ein Foto zählt, ist sein unverfälschter Ursprung und eine ernstgemeinte Intention - wenn möglich ohne Propaganda, Ideologie oder Dogmen. Ob das Foto analog auf Film oder digital über einen Sensor entstanden ist, ob entwickelt, gescannt oder nachbearbeitet spielt m. E. überhaupt keine Rolle.
Und generische KI-Bilder? - Ihre Intentionen können zwar auch ernstgemeint sein, doch deren Ursprünge sind zwangsläufig und systembedingt immer verfälscht.
Presets & Styles - Ja oder nein?
Ganz klar - Ja.
Für jeden Fotografierenden lohnt sich die Mühe Presets & Styles anzulegen; Allein weil sich in der Nachbearbeitung die einmal vorgenommenen Einstellungen für bestimmte Motive konsequent wiederholen lassen und konsistent eingesetzt werden können, um z. B. einheitliche Farbwelten für bestimmte Publikationen, ob für Print- oder Onlinemedien, zu produzieren. Für eine Antwort geht es eher darum zu klären, ob nur eigene oder auch gekaufte Presets & Styles.
Ich habe festgestellt, dass ich trotz der vielen Jahre, die ich mittlerweile fotografiere und Fotos nachbearbeite, immer wieder von anderen Fotografen:innen lernen kann; Nicht nur was die Motive, Lichtsituationen, Stile etc. angeht, sondern auch wenn es um Einstellungen, Korrekturen oder Manipulationen in den Bildbearbeitungsprogrammen und RAW-Entwicklern geht.
Somit habe ich von Beginn an auch auf gekaufte Presets & Styles gesetzt; Nicht immer war es gut investiertes Geld, einige werde ich nie wieder verwenden, weil ich bestimmt nicht mehr die Softwareprogramme vom Platzhirsch einsetze und andere waren im Marketing respektive im Pre-Sales vielversprechender, als das was dann im Ergebnis oder praktischen Einsatz dabei raus kam.
Im Fall der Presets & Styles von André Duhme fühle ich mich hingegen sehr gut aufgehoben.
Ein Fallbeispiel in Bildern
Vorab zwei Hinweise. Da ich auf meiner Website den Anteil von JavaScript möglichst gering halte und JavaScript einzig und allein für die Lightboxen verwendet wird (Vergrößerungsansicht, zum Teil inklusive Navigationselementen, leider ohne Bildunterschriften), habe ich für das nachfolgende Beispiel keinen zusätzlichen „Vorher-Nachher-Slider“ implementiert; Ich hoffe es geht auch so. Zudem verwende ich auf dieser Website das WEBP-Format mit all seinen Vor- und Nachteilen, weswegen es zu Abweichungen zu den Originalen kommen kann.
Eine Landschaftsaufnahme im November 2019
Ich habe bewusst darauf verzichtet, bei diesem Beispiel weitere Einstellungen oder Bearbeitungen vorzunehmen, damit der Schwerpunkt einzig und allein auf dem ersten Eindruck dieser Presets & Styles Out-Of-The-Box liegt; Das Titelbild für diesen Beitrag wurde schon ein bißchen mehr bearbeitet.
Extras
Schon allein, dass diese Presets & Styles Unterschiede zwischen den Scannern Fujifilm Frontier SP3000 und Noritsu HS1800 berücksichtigen und aufzeigen, gefällt mir sehr gut und belegt die Gewissenhaftigkeit, mit der sich André Duhme dem Thema Filmemulation zugewandt hat - Denn wie eingangs erwähnt, treffen Fotografierende schon bei der Auswahl des (Analog-)Films, seiner Entwicklung und dem anschließenden Verfahren zur Digitalisierung (mehr oder weniger) bewusste Entscheidungen zur Beeinflussung der Ergebnisse.
Fazit
Sofern es Fotografierende gibt, die meine Einschätzungen und Arbeitsweisen teilen und die vor der Entscheidung stehen, welche Presets & Styles sie erwerben sollen, kann ich denjenigen die Produkte von André Duhme aus voller Überzeugung empfehlen.
Ich setze sie weitestgehend für Landschaften, Flora und Fauna, Street und Architektur ein; André zeigt auf seiner Website aber auch eindrückliche Beispiele für die Verwendung bei Portraitaufnahmen. Neben dem hier im Beitrag gezeigten Fallbeispiel finden sich auf der Website von André noch viele weitere eindrückliche Belege für die Leistungsfähigkeit seiner Presets & Styles. Auch wenn es keine kostenfreien Testversionen gibt sind die Anschaffungskosten m. E. überschaubar und liegen zurzeit (Oktober 2026) zwischen 5,00 und 50,00 €.
André liefert verständliche Anleitungen zur Installation mit und es finden sich in den Produktinformationen oder Blogbeiträgen auf seiner Website weitere Hintergrundinformationen zum Vorgehen bzw. zum Ansatz für die Erstellung der Presets & Styles.
Nachfolgend liste ich seine von mir aktuell genutzten Produkte für CaptureOne auf:
Disclaimer
Ich verwende in diesem Beitrag keine Affiliate- oder Partner-Links, ich stehe in keinem gesonderten geschäftlichen Kontakt mit André Duhme, ich bin lediglich ein Kunde von ihm ;-) und ich profitiere von dieser Kritik bzw. lobenden Anerkennung seiner Produkte in keinerlei Weise.
Meine aktuelle und englischsprachige Bewertung auf Trustpilot vom 15.10.2026:
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In der Übersicht: Theclassicpresets
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In der Einzelansicht: The Classic Presets - Created by André Duhme
P.S.: Ich freue mich immer über konstruktive Kritik; In der Fußzeile dieser Website findet Ihr unter der Rubrik Netzwerke entsprechende Links zu meinen SocialMedia-Profilen.